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Ein Arbeitsgruppenleiter trägt viel Verantwortung – und manchmal auch Farbeimer.

Peter Rosche und Steffen Schmidt arbeiten seit 27 Jahren eng zusammen

Ein Arbeitsgruppenleiter trägt viel Verantwortung – und manchmal auch Farbeimer. Das demonstriert Peter Rosche auf einer Baustelle am Leipziger Stadtrand, wo er und sein Team einen Wohnkomplex mit sanieren. „Wir machen die Fassaden hübsch“, sagt er, als er die zwei Eimer abgestellt hat. Rosche, der seit 32 Jahren für Heinrich Schmid Leipzig arbeitet, absolviert derzeit eine Art Abschiedstournee: Er ist 64 Jahre alt und geht in wenigen Wochen in Rente. „Das Wohnmobil ist schon gekauft“, sagt er.

Der Wohnkomplex steht in Leipzig- Grünau, wo ab den 1970ern eine der größten Plattenbausiedlungen der DDR entstand. Peter Rosche ging nach der Wiedervereinigung  wie viele Ostdeutsche – zum Arbeiten in den „Westen“, der in seinem Fall im Süden lag: Kempten. „Dort habe ich auf einer Baustelle das erste Mal von Heinrich Schmid gehört – und dass HS einen Standort in Leipzig aufbauen will.“ An diesen wechselte er 1992. Zurück in die Heimat, zu Familie und Freunden.

Vier Jahre später stieg Steffen Schmidt, heute 52, am Standort ein. Seither arbeiten beide fast täglich zusammen. Ihre Montagezeit führte sie nach Hamburg, München, Bad Reichenhall. Rosche sagt: „Wir waren in der Zeit mehr miteinander als mit unseren Familien unterwegs“ – „und haben manches Doppelbett geteilt“, ergänzt Schmidt. Da lachen beide. Ungefähr 2015 endete die Zeit auf Achse. Es gab nun auch in Leipzig, der wachsenden Metropole, viel zu bauen und zu sanieren. Einer der damaligen Aufträge führte sie bereits in die Siedlung in Grünau. Das jetzige Haus ist bereits das sechste, das sie dort sanieren. Unterstützt wird das Duo von Maximilian Baum. Er übernimmt von Rosche die Leitung der Arbeitsgruppe. „Ich habe viel von Peter gelernt“, sagt Baum, 32. „Zum Beispiel Materialbestellung. Ich komme aus einer kleinen Firma, da hat das der Chef gemacht.“ Peter Rosche sagt: „Das war für mich – neben dem pünktlichen Lohn – ein Hauptgrund, warum ich bei HS geblieben bin: Wir können auf unseren Baustellen viel selbst entscheiden und organisieren.“ Die Nachfolge ist geregelt. Was plant Rosche als Rentner? Mit seiner Frau will er im neuen Wohnmobil nach Skandinavien reisen, erzählt er. Er freut sich auf mehr Zeit für die vier Enkel.

Auch Steffen Schmidt hat eine konkrete Vorstellung, was sich bald ändert: „Mich ruft keiner mehr frühmorgens an.“ Das ist ihr Ritual: Peter Rosche meldet sich jeden Arbeitstag kurz vor 6 Uhr bei ihm. Sie besprechen die Aufgaben des Tages – und meist noch alles andere. Job und Privatleben lassen sich schwer trennen, wenn man seit fast drei Jahrzehnten Seite an Seite arbeitet. Aus den Augen verlieren werden sie sich kaum. Sie wohnen keine fünf Minuten auseinander. Wenn im Haus des anderen ein Zimmer zu streichen ist oder ähnliche Heimwerkerarbeiten anstehen, helfen sie sich. „Das bleibt auch so“, sagt Peter Rosche. In Kürze hängt er seine weiße HS-Jacke für immer an den Haken – doch die enge Zusammenarbeit der beiden wird weitergehen.

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