Wenn 30.000 Quadratmeter Fläche beschichtet werden müssen, bleibt keine Zeit für eine Verlängerung.
Von der Fankurve auf die Baustelle
Heinrich Schmid Haguenau gestaltet das neue Stadion in Strasbourg mit.
Seit Mai 2024 läuft im „Stade de la Meinau“ im französischen Strasbourg ein Bauprojekt der Extraklasse: Rund 117 Unternehmen sind beteiligt, darunter 82 aus dem Elsass. Mitten im Geschehen: das Team von Heinrich Schmid Haguenau. Unter der Leitung von Niederlassungsleiter Stéphane Weber und Abteilungsleiter Yannick Eich bringt das Team sein handwerkliches Können ein. „Wir geben alles – trotz straffem Zeitplan und über 300 weiteren Handwerkern auf der Baustelle“, berichtet Yannick Eich. Kein leichtes Unterfangen: Der Umbau erfolgt bei laufendem Spielbetrieb. Zeitweise fanden jedes Wochenende Fußballspiele des Vereins „Racing Strasbourg“ statt – Arbeiten mit Nachtschichten oder an Samstagen und Feiertagen inklusive. „Wenn 30.000 Quadratmeter Fläche beschichtet werden müssen, bleibt keine Zeit für eine Verlängerung“, schmunzelt der Abteilungsleiter.
Das Team übernahm sämtliche Maler-, Lackier- und Beschichtungsarbeiten in der neuen Südtribüne: Umkleidekabinen, Aufwärmräume, Physioräume, Büros, Technik- und Zugangsbereiche wurden umfangreich saniert. Hinzu kamen sämtliche Sanitäranlagen sowie der Bistro- und Essensbereich im gesamten Stadion. In der Westtribüne entstand zudem die neue Fanbar „90+4“, benannt nach dem legendären Freistoß-Siegtreffer 2018 in der 94. Minute, der zum Klassenerhalt in der Ligue 1 führte. Mit über 50 Metern ist ihre Theke die längste in einem französischen Stadion. Bei Wänden, Decke, Böden sowie Metall- und Holzteilen
wie Türen und Türrahmen dominieren – passend zur Vereinsidentität – die Farben Blau und Weiß. Für Vorarbeiter Alexis Solt und Arbeitsgruppenleiter Victor Decker war dieses Projekt einmalig. „Beide sind langjährige Fans von Racing Strasbourg und regelmäßig im Stadion – nun durften sie selbst daran mitbauen“, erzählt Yannick Eich.
Das Stadion bleibt im traditionsreichen Viertel Meinau, wächst aber gewaltig: Die neu gebaute Südtribüne wird auf 25 Meter erhöht, die Kapazität auf 32.000 Zuschauer erweitert und die Zahl der Lounge-Plätze auf 3.600 gesteigert. Das US-Architekturbüro Populous setzt auf ein innovatives Design: Die Fassade besteht aus 196 Paneelen – gefertigt aus recycelten Rümpfen von Airbus-A340-Flugzeugen. „Dass wir Teil dieses zukunftsweisenden Stadions sein dürfen, erfüllt uns mit Stolz“, freut sich Yannick Eich. „Es zeigt: Unsere Arbeit kennt keine Grenzen – so wie die Fanfreundschaft zwischen RCS und KSC über den Rhein hinweg.“ In diesem Sinne geht ein besonderer Gruß an Dominik Schubert vom Standort Karlsruhe – KSC-Fan durch und durch und Kurskollege aus dem Teamleiterkurs von Yannick Eich.