Am Standort betreut Noah erste eigene Kunden.
Schalker Erfolgstypen
Noah Rakowksi schaut sich viel von seinem Vater Marco ab – und geht doch seinen eigenen Weg
Marco Rakowskis Herz hängt am FC Schalke 04. Doch anders als der Fußballtruppe, die schon länger in der Zweiten Liga spielt, ist ihm dieses Jahr der Aufstieg gelungen: Seit Mai leitet er den neu gegründeten Gelsenkirchener Standort von Heinrich Schmid. Büro und Lager liegen nur 500 Meter vom Stadion entfernt. Was Rakowski natürlich freut. „Wir sind hier alle Schalker“, sagt er. Auf dem Weg zum Standortleiter hat er alle Stufen der Weiterbildungstreppe gemeistert – in kurzer Zeit. Denn erst 2011 begann er unter seinem Förderer Jörg Hüppmeier bei HS in Essen. Sohn Noah erinnert sich: „Ich war acht und bin quasi mit Heinrich Schmid und den Kollegen meines Vaters groß geworden.“ Dass Noah, heute 22, seinem Vater folgen würde, klingt da wie ein Selbstläufer. Es war aber keiner: „Überleg dir das gut!“, hatte er ihm gesagt, als der mit einer Malerlehre bei HS liebäugelte. Marco wollte ihm nichts ausreden, aber ehrlich sein: die harte Arbeit, das Lernen für die Berufsschule – und die viele Fahrerei: Die Trockenbauer, Bodenleger, Maler und Baudienstleister in Rakowskis Team touren für schlüsselfertigen Ladenbau durch Deutschland. Noah hatte als Kind selber erlebt, wie oft sein Vater auf Achse war. Doch Noah ließ sich nicht abschrecken. „Lag vielleicht auch am Alter. Mit 16 macht man eher das Gegenteil von dem, was die Eltern sagen“, sagt er und lacht. Bald nach der Lehre startete er zusätzlich zur Arbeit mit der Meisterschule. Zum Lernen klappte er abends im Monteurzimmer den Laptop auf. Eine stressige Zeit, sagt Noah, „aber ich wollte das so.“ Die Prüfung bestand er auch dank seiner Kollegen und seinem Teamleiter Christof Kramarenko. „Er war selbst am Wochenende für mich da.“ Am Standort betreut Noah erste eigene Kunden. Er schaut sich dabei nicht nur bei seinem Vater viel ab, sondern auch bei den anderen Kollegen und probiert sich aus. „Ich möchte manche Dinge einfach anders machen, nicht schlechter oder besser, sondern auf meine Weise.“ Sein Vater sagt immer: „Tritt nicht in die Fußstapfen anderer, sonst kannst du keine eigenen hinterlassen.“