Mit Stefan Linke im Interview
Die HS Community
„Während andere Wände anstreichen, entwickeln wir Menschen“
Als Stefan Linke vor mehr als zehn Jahren zu Heinrich Schmid kam, spürte er sofort: Hier ist vieles anders. Traditionelles Handwerk und moderne Lernkultur schließen sich nicht aus – im Gegenteil. Mit einem dicht verzweigten Netzwerk, digitalen Ansätzen und starkem Teamgeist schafft Heinrich Schmid Raum für die Entwicklung von Menschen im Handwerk. Warum genau dieses Zusammenspiel heute entscheidend ist, erklärt er im Interview.
Herr Linke, Sie sagen: „Eine ausgeprägte Lernkultur ist Teil unserer DNA.“ Was bedeutet das konkret?
Die Führungsakademie wurde 1988 gegründet – aus damaliger Perspektive fast Science-Fiction im Handwerk. Dass Lernen heute bei Heinrich Schmid für Mitarbeitende und Führungskräfte selbstverständlich ist, ist über Jahrzehnte gewachsen. Lernkultur entsteht durch Menschen, die Entwicklung vorleben und weitergeben. Für mich ist das Thema Lernen bei Heinrich Schmid kein Zusatzangebot, sondern Teil unserer Unternehmenskultur.
Wo beginnt Lernkultur bei Heinrich Schmid?
Sehr früh – im besten Fall schon in der Ausbildung. Auszubildende sollen neben dem Lernen auf der Baustelle auch andere Elemente unseres HS-Netzwerks erleben. Wir ermutigen die Führungskräfte, diese Lernkultur auch während der Ausbildung an die Auszubildenden weiterzugeben.
Ein aktuelles Thema ist E-Learning. Welche Rolle spielt das in einer Kultur, die stark auf Präsenz setzt?
Wir sind beim E-Learning vielleicht nicht als Erste gestartet, aber wir haben bewusst gestartet. Der digitale Meisterkurs hat im Unternehmen bereits Wirkung gezeigt. Gleichzeitig bleibt Lernen für uns mehr als Wissensvermittlung: Es geht um Austausch, Netzwerk und gemeinsame Reflexion. Deshalb halten wir an Präsenzformaten fest und ergänzen sie digital – nicht andersherum.
„Besonders wichtig ist uns, Menschen physisch zusammenzubringen, weil genau daraus Vertrauen, Bindung und echte Lernerfahrung entstehen." Stefan Linke
Sie sprechen oft vom Netzwerkgedanken. Warum ist der so wichtig?
Weil Entwicklung nicht im luftleeren Raum stattfindet. In unseren Kursen lernen Menschen einander kennen, sprechen über Herausforderungen aus dem Alltag und lernen aus den Erfahrungen der anderen. Das ist ein riesiger Unterschied zu reinem „Wissen konsumieren“. Viele legen Entwicklung bewusst in Hände, die sie regelmäßig sehen. Deshalb arbeiten wir mit festen Peergroups und Trainern, die die Teilnehmenden über Jahre begleiten.
Wenn Sie in der Weiterbildung eine Lücke erkennen: Wie gehen Sie vor?
Wir entscheiden das nicht „von oben“. Die Zentrale kann sich nicht allein darauf verlassen, dass sie alles erkennt. Umgekehrt kann die Dezentrale sich nicht nur auf die Zentrale verlassen. Wir ermitteln Bedarfe im Gespräch mit Standorten und Gewerken. Arbeitskreise, Werkstätten oder Steuerkreise bringen Praktiker und Fachexperten zusammen.
Was ist Ihre Vision für die Zukunft von Bildung bei Heinrich Schmid?
„Während andere Wände anstreichen, entwickeln wir Menschen.“
Unser Geschäft variiert je nach Gewerk, aber unser Kern ist, Menschen zu entwickeln. Meine Vision ist, Bildung als Wesenskern von Heinrich Schmid weiter zu stärken. Den Anfang setzen wir jeden Tag mit unserer Arbeit, sei es auf der Baustelle oder als Teil unserer Kurse.